Peru

Peru ist ein Staat im westlichen Südamerika und grenzt im Norden an Ecuador und Kolumbien, im Osten an Brasilien, im Südosten an Bolivien, im Süden an Chile und im Westen an den Pazifik. Ein erheblicher Teil vor allem der indigenen Bevölkerung lebt unterhalb oder am Rande der Armutsgrenze. Regional betrachtet befinden sich die meisten Armen in den Randzonen Limas und in den ländlichen Gebieten der Sierra und der Selva.

Die Gesamtlänge der Landesgrenzen Perus beträgt 7.101 Kilometer. Peru liegt in drei unterschiedlichen Landschaftszonen mit ihren klimatischen Besonderheiten: Costa (Küste) – ca. 12 % der Staatsfläche; Sierra (Anden, Hochland) – ca. 28 %; Selva (Regenwald) und Montaña (Nebelwald) – ca. 60 %.

Bevölkerung  

Landflucht bedingt die starke Zuwanderung von Peruanern in die Hauptstadt, in der derzeit rund ein Viertel der Bevölkerung des Landes lebt. Ein erheblicher Teil vor allem der indigenen Bevölkerung lebt unterhalb oder am Rande der Armutsgrenze. Regional betrachtet befinden sich die meisten Armen in den Randzonen Limas und in den ländlichen Gebieten der Sierra und der Selva. Auf Grund der Gegensätze in den ethnischen Kulturen, soziopolitischer Disparitäten, der Misswirtschaft und Bürokratie kommt es zu einer ungenügenden Versorgung der Menschen. Nahrungsmittelimporte und somit hohe Devisenausgaben folgen. Rund zweieinhalb Millionen peruanische Staatsbürger leben aufgrund einer anhaltenden Auswanderung im Ausland, vor allem in den USA, Europa und Japan.

Ethnien

Peru ist neben Bolivien und Guatemala eines der drei Länder Lateinamerikas mit einem großen Anteil indigener Bevölkerung. 44% der Einwohner sind Mestizen, etwa 31% indianischer Abstammung. Letztere gehören überwiegend zu den Quechua und Aymará sprechenden Völkern. 15% sind europäischer Abstammung  und auf vier Prozent wird der Anteil der Afro-Peruaner geschätzt. Die übrigen drei Prozent sind asiatischer Abstammung. In Pozuzo und Oxapampa im Departement Pasco lebt seit dem 19. Jahrhundert eine assimilierte Minderheit von Rheinländer und Tiroler Siedlern, welche sich überwiegend in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ansiedelten. Im Regenwald an der Grenze zu Ecuador leben rund 15 bisher nicht kontaktierte Indianergruppen, die einen international anerkannten Rechtsanspruch auf Isolierung besitzen, da sie nur eine geringe Resistenz gegen Krankheiten wie Grippe aufweisen. Daher klagt die Indianerorganisation Asociación Interétnica de Desarrollo de la Selva Peruana gegen die Ölförderung des französischen Unternehmens Perenco. Sie fordert die Einrichtung einer Schutzzone („unberührbare Zone“), wie sie Ecuador 1999 im Umfang von 7500 km² eingerichtet hat.

Sprachen

Die verbreitetste Sprache ist Spanisch, das von ca. 80 % der Bevölkerung als Muttersprache gesprochen wird, außerdem sind indigene Sprachen im Gebrauch, von denen das Quechua mit 13,2 % und das Aimara die gebräuchlichsten sind. Das Spanisch Perus weist vielfältige regionale Färbungen auf. Allen gemeinsam ist jedoch der in ganz Südamerika verbreitete Seseo.

Religion

Nach dem 2007 erhobenen Zensus beschreiben sich etwa 81,3 % der Bevölkerung über zwölf Jahren als katholisch, etwa 12,5 % als evangelisch  (im Original religión evangélica), 2,9 % geben an, nicht religiös zu sein, und 3,3 % geben eine nicht aufgeführte Religion an. Dabei ist der Anteil der Katholiken in ländlichen Regionen etwa 5 Prozentpunkte niedriger als in den Städten. Die überwiegende Mehrheit der Peruaner ist dennoch römisch-katholisch. Dies ist eine Folge der christlichen Missionierung in der Folge der Eroberung durch die Spanier und nach der Unabhängigkeit durch die Missionionierung von Missionsgruppen aus Peru selbst, aus Deutschland, den USA, Italien und anderen Ländern. Während des Verlaufes der Konquista wurden Idole und religiöse Objekte fortwährend weiter nach Osten verlagert, um sie den Spaniern zu entziehen. Ausgehend vom Inkanat Vilcabamba kam es noch einmal zu einem Aufflackern der alten Kulte. Die spanische Verwaltung unter Francisco de Toledo reagierte darauf mit der Umsiedlung in Jesuitenreduktionen. An der Missionstätigkeit waren vor allem Mönche beteiligt, unter anderem Dominikaner und Franziskaner, später auch Jesuiten (in Maynas, heute Bistum Chachapoyas). Trotz jahrhundertelanger Bekämpfung indigener Überlieferungen sind nicht zuletzt in ländlichen Gebieten die katholisch-christlichen Riten mit religiösen Traditionen aus präkolumbianischer Zeit vermischt (Synkretismus), was sich besonders bei religiösen Festen manifestiert. Wichtige religiöse Ereignisse sind das katholische Fest Señor de los Milagros in Lima und in Cusco das Sonnenfest Inti Raymi. Dieses ursprünglich inkaische Fest wurde im Zuge einer wachsenden Rückbesinnung im Jahr 1944 wieder eingerichtet. Die Indígenas des Amazonas-Tieflands haben weiterhin ihre eigenen Religionen und Vorstellungen, zum Beispiel die Religion der Asháninka. Wie in vielen lateinamerikanischen Ländern erleben auch in Peru seit einigen Jahrzehnten evangelikale und charismatische Kirchen und Glaubensgemeinschaften wie Siebenten-Tags-Adventisten, Assemblies of God und die Evangelikale Kirche von Peru, aber auch andere Gruppierungen wie die Zeugen Jehovas und die Mormonen einen großen Zulauf, die – teilweise finanziell aus den USA unterstützt – aktiv und manchmal auch aggressiv um Mitglieder werben.

Gesundheit

Der nationale Zensus über die indigene Bevölkerung hat 2007 gezeigt, dass fast 60% der erfassten Gemeinden keinen Zugang zu gesundheitlichen Einrichtungen haben. 2010 wurde aufgrund dessen eine allgemeine Krankenversicherung eingeführt. In der Gesundheitsversorgung gibt es Diskriminierung indigener Völker. Peru hat eine der höchsten Müttersterblichkeitsraten Amerikas. Die Säuglingssterblichkeit liegt bei 17 von 1.000 Lebendgeborenen (zum Vergleich: für Chile liegt die Sterblichkeitsrate bei 5). Ein Drittel der peruanischen Bevölkerung hat kein fließendes Wasser, für 40 % gibt es keine Kanalisation und nur 20 % der Abwasser werden behandelt.

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