„Damit das Team in Peru sich auf die Menschen konzentrieren kann“ – Matthias Vogel über Verantwortung, Wachstum und das Zusammenspiel vieler engagierter Menschen
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Bei casayohana stehen die Kinder und Familien in Peru im Mittelpunkt. Doch damit die Arbeit vor Ort möglich wird, engagieren sich viele Menschen in Deutschland in der Stiftung casayohana – in der Spenderbetreuung, der Öffentlichkeitsarbeit, der IT, im Vorstand und vielen weiteren Bereichen. Im Gespräch mit Anne Melber aus dem Redaktionsteam gibt Stiftungsmitgründer und Vorstandsvorsitzender Matthias Vogel Einblicke in seine Arbeit, seine Vision für die Zukunft von casayohana und die Motivation, die ihn antreibt.
Verantwortung mit Herz
Anne: Hallo Matthias, danke, dass du dir Zeit für das Interview nimmst. Stell dich doch bitte kurz vor.
Matthias: Hallo Anne, schön, dass wir uns heute unterhalten. Ich bin Matthias Vogel, der Bruder von Bine und Annette. Wir sind die Gründer der Stiftung casayohana in Deutschland. Beruflich komme ich aus dem industriellen Umfeld, wo es für mich viel um Verantwortung, Struktur, Führung und Transformation geht. Diese Erfahrung bringe ich ehrenamtlich als Vorstandsvorsitzender ein. Als Bruder und Familie ist man immer irgendwie von Anfang an dabei. Mich motiviert besonders, den Menschen in Peru – Kindern, Frauen und Familien – echte Perspektiven zu ermöglichen, die Liebe Gottes zu den Menschen kennenzulernen und unsere Arbeit nicht nur gut zu meinen, sondern praktisch und nachhaltig auch gut umzusetzen. Damit wir dem Team in Peru den Rücken freihalten können.


Damit aus Vision Wirklichkeit wird
Anne: Danke dir. Kannst du ein paar konkrete Aufgaben nennen, die du im Vorstand übernimmst?
Matthias: Ich organisiere und leite die Vorstandssitzungen, ca 8-9 mal im Jahr, und bereite diese inhaltlich vor. Außerdem bin ich nah am Team – sowohl an Ehrenamtlichen als auch an angestellten Mitarbeitenden – und bin für alle Themen der Mitarbeiterführung Ansprechpartner. Ein weiterer Bereich sind organisatorische und administrative Aufgaben, etwa Abstimmungen mit Partnern oder Gemeinden sowie Finanzthemen wie Abrechnungen, Jahresabschlüsse und die Zusammenarbeit mit dem Steuerberater. Zusätzlich bin ich in der Vortragsarbeit aktiv und regelmäßig mit wichtigen Unterstützern im Kontakt. Gleichzeitig ist es mir wichtig, Aufgaben und Verantwortung zu delegieren und unserem engagierten Team Raum zu geben, selbstständig zu arbeiten und nur bei Bedarf zu unterstützen. „Last but not least“ kümmere ich mich um viele unerwarteten Aufgaben.
Flexibel bleiben, wenn Pläne sich ändern
Anne: Heißt das, Flexibilität ist eine deiner Stärken?
Matthias: Ja, definitiv. Flexibel zu sein und gleichzeitig Prioritäten klar zu setzen, ist entscheidend. Wir arbeiten mit begrenzten Ressourcen, Zeit und Energie. Viele Themen kommen besonders aktuell ungeplant, da hilft mir meine Erfahrung im Problemlösen aus dem Beruf sehr.
Wachstum braucht Struktur
Anne: Du hast von einer Veränderung gesprochen – was bedeutet das konkret für casayohana?
Matthias: Wir befinden uns in einer Phase des Wachstums und damit der Notwendigkeit unsere Organisation weiterzuentwickeln. Durch das Wachstum brauchen wir mehr Struktur und klarere Abläufe. Früher lief vieles schnell und informell, jetzt müssen Prozesse dokumentiert werden, damit auch neue Mitarbeitende sich gut zurechtfinden. Gleichzeitig bleiben unsere Ressourcen begrenzt, da vieles ehrenamtlich geschieht – deshalb ist es wichtig, Prioritäten bewusst zu setzen und mit mancher Lücke zu leben.




Gemeinsam Zukunft gestalten
Anne: Also geht es auch darum, Aufgaben unabhängiger von einzelnen Personen zu machen?
Matthias: Genau. Wir brauchen klare Standards und einfache Dokumentationen, damit Aufgaben übertragbar sind und neue Leute sich schnell einarbeiten können. Daran sieht man auch, wie das Projekt wachsen konnte und immer professioneller geworden ist. Diesen den hohen Standard wollen wir beibehalten.
Drei Wünsche für casayohana
Anne: Was ist deine Vision für casayohana für dieses Jahr?
Matthias: Mir sind drei Dinge wichtig: Erstens, dass wir als Stiftung stabil und nachhaltig aufgestellt sind, sodass wir eine gute Grundlage für das Wachstum und die zukünftigen Herausforderungen schaffen. Zweitens, dass wir unseren Fokus auf Peru nicht verlieren. Unsere Unterstützer sollen sehen können, wie ihre Hilfe konkret wirkt und wo sie bei den Kindern und Familien ankommt. Und drittens, dass wir für Peru Kontinuität ermöglichen, sodass sich das Team vor Ort ganz auf die Arbeit mit jedem einzelnen Menschen konzentrieren kann. Und das Ganze immer mit dem Blick auf unseren großartigen Gott, der das alles ermöglicht.



Wenn eine Superkraft helfen könnte
Anne: Welche „Superkraft“ hättest du gern – privat und für die Stiftung?
Matthias: Privat mehr Geduld und Gelassenheit. Für die Stiftung würde ich mir tatsächlich mehr Zeit wünschen, weil viele wichtige Aufgaben gleichzeitig anstehen.
Berufung statt Berufsbezeichnung
Anne: Und was wünschst du dir für deine berufliche Zukunft?
Matthias: Das ist eine wirklich spannende Frage, Anne, weil ich ja gerade eine neue Herausforderung suche. Für mich ist weniger entscheidend, in welcher Rolle ich arbeite oder welche Position ich habe, sondern in welchem Umfeld ich arbeite. Ich möchte Verantwortung übernehmen, gestalten und einen sinnvollen Beitrag leisten – in einem Umfeld, das zu meinen Werten passt. Ich möchte meine Berufung leben, und bin gespannt, wo mich Gott einsetzt.
Kraftquellen in bewegten Zeiten
Anne: Was hilft dir, mit deiner aktuellen Situation umzugehen?
Matthias: Zum einen das Team – zu wissen, dass man gemeinsam in dieser Veränderung unterwegs ist. Zum anderen mein Glaube an Jesus Christus, meinen Erlöser, der mir Vertrauen gibt und die Möglichkeit Dinge abzugeben. Ich weiß, ich werde durch Herausforderungen durchgetragen, besonders da wo mir meine Kraft ausgeht. Weiter achte ich auf Ausgleich – zugegeben da habe ich noch Verbesserungspotential – , zum Beispiel durch Fahrradfahren, Natur oder Musik. Und genauso wichtig ist für mich auch die Klarheit darüber, Warum ich diese Arbeit bei casayohana mache – die Kinder, Frauen und Familien in Peru, denen wir helfen.

Peru verändert den Blick
Anne: Du warst selbst in Peru – wie beeinflusst das dein Engagement?
Matthias: Es macht vieles greifbarer und es „erdet“ mich. Die Begegnungen vor Ort, die Offenheit und Dankbarkeit der Menschen prägen mich sehr. Sie leben dort in so einem Mangel, aber wollen dennoch bereitwillig das Wenige, was sie haben, mit dir teilen. Gleichzeitig wird einem bewusst, wie privilegiert wir hier leben. Das motiviert mich sehr, mich weiter einzusetzen.




Die Helden hinter den Kulissen
Anne: Möchtest du zum Schluss noch etwas ergänzen?
Matthias: Viel unserer Arbeit passiert im Hintergrund und ist nicht sichtbar und die Mitarbeitenden in der IT, Öffentlichkeitsarbeit oder Spenderbetreuung leisten da großartige Arbeit. Umso wichtiger ist es, verlässlich, authentisch und nachhaltig zu handeln. Ich wünsche mir, dass wir als Team gemeinsam mit Herzblut und gegenseitigem Respekt dranbleiben und gute Entscheidungen für die zukünftigen Herausforderungen treffen.
Dazu wünsche ich allen, die sich bei und für casayohana engagieren Gottes Segen, Kraft, Inspiration und viel Geduld bei unseren Aufgaben.
Anne: Vielen Dank dir für das Gespräch!





